Ralf

Ralf, schwul, Jahrgang 1967,
positiv seit 2004.

Als ich unerwartet die Diagnose bekam, ist für mich erst mal eine Welt zusammengebrochen, viele Fragen schwirrten in meinem Kopf herum -  warum ich? Mit dem Ergebnis habe ich in keinster Weise gerechnet. Mir, der jahrelang auf der Aids-Station gearbeitet hatte und wusste, wie man sich schützt, konnte doch so etwas nicht passieren. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen.
Natürlich gab es Organisationen, die mich hier unterstützt haben, wie die Frankfurter AIDS-Hilfe, das Beratungstelefon und meine Hausärztin. Was mir gefehlt hat, war aber ein Betroffener, der die gleiche Situation miterlebt hatte, der mich erstmal wieder auf die Erde zurückgeholt hätte. Ich musste mir mühsam meine Antworten selbst suchen und versuchen, wieder „normal“ zu leben.
Jemand, der selbst betroffen ist, hätte meine Fragen aus seiner Lebenserfahrung besser beantworten und mir Angst nehmen können. Ich kannte zwar Betroffene aus meinem Freundeskreis, hätte aber am Anfang nicht mit ihnen reden können. Das geht bei einer neutralen Person viel leichter. Mit der Diagnose fliegt einem doch alles um die Ohren, tausend Fragen, Ängste und Sorgen – da ist es gut, wenn jemand einfach mal „mit sortiert“ und etwas Ordnung in das Gefühlschaos bringt.
Ich bin in der Zwischenzeit mit meiner Diagnose gefestigt, HIV ist kein Feind mehr der mein Leben bestimmt.
Ich arbeite ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen, die sich mit HIV oder auch der schwul- lesbischen Community beschäftigen. Hauptberuflich arbeite ich als ehemaliger Krankenpfleger jetzt als Pflegeberater im Sozialdienst einer großen Klinik.
Ich möchte dem Betroffenen, der sich bei mir meldet, auf Augenhöhe begegnen. Ich möchte ihr oder ihm mit meiner Lebens- und Krankheitserfahrung zeigen, dass ein Leben mit HIV machbar und dass der andere nicht alleine ist.
Ich möchte Menschen mit einer HIV-Diagnose mit meiner eigenen Erfahrung bei den ersten Schritten im Leben mit HIV zur Seite stehen, so wie ich es selbst gerne nach meinem Testergebnis gehabt hätte.
Ich habe mich darum entschieden, in dem Projekt „Sprungbrett“ mit zu arbeiten.

Wenn Du magst, melde Dich doch bei mir und wir können uns gerne mal treffen!

 

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Frankfurt

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